Weltmeisterschaften und Verbände
Der internationale Dachverband der Schachspieler ist die FIDE. Die Fédération Internationale des Échecs verantwortet die Schachregeln, verleiht Titel, organisiert die Weltmeisterschaft und misst mit Hilfe von Elo-Zahlen die Stärke der international aktiven Schachspieler.
Den Titel Schachweltmeisterin verleiht der Weltverband seit dem Jahr 1927. Seit 1948 darüber hinaus auch den offiziellen Titel Schachweltmeister. Im Jahre 1993 bestritt der amtierende Weltmeister Garri Kasparow den bevorstehenden Wettkampf gegen einen Herausforderer aus Protest gegen das niedrige Preisgeld nicht unter der Ägide der FIDE, sondern unter der für diesen Zweck gegründeten PCA. Die auf diese Weise begonnene Spaltung der Schachwelt beendete der Wiedervereinigungskampf 2006 zwischen dem FIDE-Weltmeister Wesselin Topalow und dem klassischen Weltmeister Wladimir Kramnik. Der Russe Kramnik gewann den Wettkampf. Schon beim WM-Turnier ein Jahr später in Mexiko-Stadt musste Kramnik die Weltmeisterkrone an Viswanathan Anand weiterreichen. Der Inder gewann ungeschlagen und mit einem Punkt Vorsprung auf Kramnik.
Titel und Wertungssysteme
Der Weltschachbund FIDE vergibt nach eindeutig definierten Anforderungen Titel auf Lebenszeit: Dazu zählt der Großmeister (GM), der Internationale Meister (IM), der FIDE-Meister (FM) und der Candidate Master (CM). Es gibt dementsprechend vier eigene Titel für Frauen: WGM (Woman Grand Master), WIM (Woman International Master), WFM (Woman FIDE Master) und WCM (Woman Candidate Master). Die Qualifikationskriterien für die Titel sind verglichen mit denen der allgemeinen Klasse verringert. Die Georgierin Nona Gaprindaschwili war die erste Frau, der man den allgemeinen Großmeistertitel verlieh.
Die Stärke der Spieler wird nach der so genannten Elo-Zahl, einem von dem US-amerikanischen Professor Arpad Elo in den 1960er Jahren entwickelten Wertungssystem, ermittelt. Diese Wertungszahl basiert auf den Methoden der Wahrscheinlichkeitstheorie und der Statistik. In Deutschland existiert seit dem Jahr 1992 die DWZ. Vorher maß man die Stärke in der Bundesrepublik Deutschland mit Hilfe der Ingo-Zahl, in der DDR durch eine Einteilung der Spieler in Leistungsklassen und der Nationalen Wertungszahl.