Schach dem Computer

An dieser Stelle soll dem Betrag „Computerschach“ im Menue dieser Seite in einigen wesentlichen Punkten widersprochen werden. Solche Meinungen und Behauptungen können nicht unkommentiert stehen gelassen werden.

Erstens: Schachturniere sind mindestens ebenso verbreitet wie Fußball Turniere, denn wie es Welt- und Europameisterschaften in den unterschiedlichsten Altersklassen im Fußball gibt, gibt es diese im Schach ebenso. Auf nationale Ebene herunter gebrochen, werden unter Schirmherrschaft des Deutschen Schachbundes in etwa eben so vielen Ligen nationale und regionale Meisterschaften ausgetragen, wie bei den Fußballern unter Regie des DFB. Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Turniere schon allein dadurch annähernd verdoppelt, dass solche sowohl für Mannschaften als auch für Einzelspieler ausgetragen werden. Man stelle sich dies einmal im Fußball vor, dann könnte man solche Wettbewerbe wie Stürmer vs. Torwart einführen, sicherlich ein humoristisch wertvoller Beitrag.

Zweitens: Konrad Zuse hat mitnichten den „Schachtürken“ erfunden, da dieser im 18. Jahrhundert auf Marktplätzen auftrat, jener jedoch im 20. Jahrhundert den ersten elektronischen Rechner erfand. Und: Konrad Zuse hat sein Lebtag nicht irgend welche Schachcomputer erfunden, sondern Anfang der 40 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts lediglich ein Schach Programm entworfen, das in der Praxis nie umgesetzt wurde.

Drittens: Es stimmt, dass Computerprogramme der Neuzeit eben so stark, wenn nicht stärker, als unsere amtierenden Internationalen Meister und Weltmeister sind. Es ist auch nicht zu erwarten, dass sich diese Verhältnisse zukünftig umkehren. Allerdings wurde ein Aspekt in den Medien bisher nicht behandelt. Der Computer hat innerhalb seines Programmes die Möglichkeit, sich Stellungen anzuschauen, die nach 10 oder sogar nach 20 Zügen entstehen können. Seinem menschlichen Gegenüber ist das nicht erlaubt. Die Chancen für den menschlichen Schachspieler würden sich deutlich erhöhen, wenn er diese Möglichkeit ebenso hätte. Man könnte zwei oder drei Auszeiten pro Partie zur Stellungsanalyse anberaumen. Der Computer kann diese Option schließlich auch nutzen, da er in seinem Inneren ein „Zweites Schachbrett“ zwecks Analyse zur Verfügung hat. Unter diesen Konditionen wäre es Kramnik oder Kasparow ohne Weiteres zuzutrauen, ein Turnier gegen die gegenwärtig besten Programme zu gewinnen.

Soweit der Widerspruch zum Beitrag „Computerschach“, welcher damit in seiner Gänze ad absurdum geführt sein sollte. Zumal die Faktoren Spaß am Schachspiel und die Ästhetik rein menschliche Relevanz aufweisen und einen Computer mit Sicherheit kalt lassen. Ob der Verfasser des kritisierten Beitrages viel vom Schachspielen versteht, darf bezweifelt werden.