Computerschach
Schach ist ein sehr altes Hobby und ein etablierter Sport in der Gesellschaft. Schachturniere sind zwar nicht so verbreitet wie Fußballturniere oder ein Tennismatch allerdings finden sie immer häufiger statt.
Heutzutage wird zwar noch häufig Schach auf dem alt bekannten Schachbrett gespielt allerdings gibt es seit der Erfindung der Rechenmaschine so genannte Schachcomputer oder auch Schachautomaten. Sehr bekannt ist darunter der Schachautomat aus dem 18. Jahrhundert mit dem Namen „Schachspielender Türke“. Dieser Automat wurde von Konrad Zuse erfunden. Dieser erlernte extra für seine Erfindung das Schachspielen, da er dieses als die perfekte Herausforderung ansah die neue Programmiersprache Plankalkül und seinen Computer zum Einsatz zu bringen.
Bis in das heutige Jahr 2010 sind die Computer und die dazugehörige Software immer weiter entwickelt worden. Sie sind schneller und erbringen höhere Leistungen als damals. Heutzutage gibt es auf vielen PCs die Schachprogramme, die einem durchschnittlichen Schachspieler meist weit überlegen sind. Man kann mittlerweile sogar auf Handhelds und Mobiltelefonen Schach spielen.
Fast alle Meisterspieler im Schach nutzen den Computer zur Analyse ihrer Partien oder zur Vorbereitung auf ein Schachspiel. Dabei ist ein PC kaum noch weg zu denken und für ein Turnier unverzichtbar.
Im Jahre 1997 machte die Schachmaschine namens „Deep Blue“ von der Firma IBM Schlagzeilen. In einem Wettkampf schlug Sie mehr als sechs Partien und darunter sogar den Weltmeister im Schachspiel, Garri Kasparow. Immer mehr große Meister im Schach versuchen in Spielen gegen die Computersoftware eine besondere Art des Anticomputerschachs anzuwenden und die programmierten Schachspieler zu schlagen. Es ist jedoch ersichtlich, dass auf lange Sicht wahrscheinlich kein Mensch gegen die kontinuierlich wachsende und sich weiterentwickelnde Rechenkraft gewinnen kann. Das Beherrschen des Schachspiels wird mit hoher Intelligenz und vor allem Phantasie sowie Konzentration in Verbindung gebracht. Der Schachsport hat in der Westhälfte der Welt eine tiefgreifende Bedeutung erlangt. Dadurch hat der allbekannte Siegeszug der Computer im Schach eine extrem spürbare psychologische Wirkung.
Fraglich ist, ob die Stärke und dauerhafte Weiterentwicklung der Programme das Schachspielen in absehbarer Zeit uninteressant werden lässt oder ob die Entwicklung irgendwann an einen Grenzpunkt schreitet. Immer mehr Experten sagen die baldigen und endgültigen Siege der Schachprogramme gegenüber den menschlichen Spielern voraus. Aber unter den Wissenschaftlern und Spitzenspielern gibt es auch Meinungen die vertreten, dass die Menschlichen Wissensstände und Intelligenzzuwächse auch stetig mit den Computerprogrammen ansteigen und das in gleichem Maße. Vergleichbar ist das anhaltende Interesse an dem traditionellen Schachspiel mit dem stetigen Interesse an Marathonläufen, trotz der voranschreitenden Entwicklung von schnelleren motorisierten Fahrzeugen.
Ein Mensch kann gegen einen Computer strategisch mit langfristigen Manövern reagieren. Die Zielsetzungen sind für PC nicht durchschaubar. Spekulative kombinatorische Angriffe sind gegenüber den strategischen allerdings nicht erfolgreich.
Ein typischer Wettkampf-Verlauf ist der zwischen Wladimir Kramnik und Deep Fritz. Kramnik gewann beide Partien, was sich aus dem exakten Positionsspiel ergab. Fritzs erste Niederlage war durch einen taktischen Fehler bedingt. Die zweite wurde durch ein inkorrektes Figurenopfer hervorgerufen, welches der PC durch die exakte Berechnung widerlegte.